Cost of Vacancy - So viel kosten unbesetzte Stellen.

25 April 2022
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Recruitment

Dass der Fachkräftemangel extrem zugenommen hat, dürfe nicht unbemerkt an Ihnen vorbei gegangen sein. Zuletzt betrug die Zahl der offenen Stellen 838.533 im März 2022 (Statista Research Department, 31.03.2022). ​​

Viele Unternehmen suchen händeringend nach neuen Fachkräften. Auch durch die Pandemie haben sich viele Arbeitnehmer Gedanken über ihre aktuelle Arbeitssituation gemacht und schließen sich der “Great Resignation” an, also den Schritt einen neuen Arbeitgeber zu suchen.

Unternehmen fragen sich wie offene Stellen schnellstmöglich besetzt werden können. Gerade in einigen Branchen, wie IT oder Pflege scheint es fast unmöglich zu sein. Und das kostet. Cost of Vacancy ist das Stichwort. Das sind die Kosten, die das Unternehmen trägt, wenn eine Stelle unbesetzt bleibt. 

AUSWIRKUNGEN EINER UNBESETZTEN STELLE

Es gibt im Grunde zwei Gründe, warum eine Stelle stelle offen ist. Entweder handelt es sich um eine neu geschaffene Stelle oder ein:e Mitarbeiter:in hat das Unternehmen verlassen. 

Bleibt eine Stelle unbesetzt, bleiben negative Folgen nicht aus. Fehlt ein Teammitglied heißt das oft - mehr Arbeit für die Kollegen. Damit das gleiche Arbeitspensum erledigt wird, kann es dazu kommen, dass Mitarbeiter Überstunden verrichten müssen. Hält dieser Zustand zu lange an, kommt es zu Überarbeitung, Frust, Krankheitsausfällen und im schlimmsten Fall zu Kündigungen, wodurch weitere Vakanzen entstehen. 

Die Folgen von Fluktuation ziehen sich durch ein Unternehmen, wie ein roter Faden. Wer unter hohem Stress arbeitet und die Arbeit eines Kollegen auf Dauer übernehmen muss, läuft Gefahr die verrichtete Arbeit mit weniger Qualität zu vollenden. 

Fehlen Mitarbeiter und geringere Qualität führen langfristig zu einem Produktivitätsverlust. Fehlende Kapazitäten wirken sich daher auch auf die Auftragslage aus. In der Summe führt all das dazu, dass Umsätze und respektive die Erlöse schrumpfen.

Unbesetzte Stellen führen zu mehr Arbeiten und generieren Stress und Frust.

SO BERECHNEN SIE DIE KOSTEN

Wie hoch diese Kosten sind, kann man anhand einer Formel einer Harvard Studie berechnen. 

Dazu benötigt man das Bruttojahresgehalt der Vakanz, die Arbeitstage im Bundesland, die Anzahl der vakanten Tage der Position (Time To Hire) und den Wichtigkeitsfaktor der Stelle (1, 2 oder 3) im Unternehmen.

Die Formel:

(Jahresgehalt : Ø Arbeitstage pro Jahr) x Faktor x Ø Recruitingzeit = CoV

Rechenbeispiel Sales Manager

Gehalt: 58.000 Euro / Jahr
Faktor: 3
Recruitingzeit: 125 Werktage (6 Monate)
Arbeitstage: 253 (2022 in HH)

(58.000 Euro / 253 AT) x Faktor 3 x 125 Werktage
= 86.000 Euro
(ca. 13.760 Euro / Monat)


WIE HOCH SIND IHRE KOSTEN FÜR RECRUITING MAßNAHMEN?

Stellen Sie doch einmal die errechneten Cost of vacancy gegennüber den Ausgaben für Personalmarketing. Nun stellt sich doch oftmals die Fragen, ob man nicht stärker in Recruitingmaßnahmen investieren sollte. 

Denn so erhöhen sich deutlich die Chancen, Stellen erfolgreich und schnell zu besetzen. Erspart bleiben die gesamten Frustrationen im Team, die am Ende zu Produktionsausfällen führen können.

Die Kosten im Vergleich

Nutzen Sie Jobportale, um Ihre Stellen zu veröffentlichen?

Stellenanzeigen variieren je nach Plattform und Paket von rund 700 € bis 1700 € / Monat.

Schalten Sie eine Anzeige auf 3 Portalen für 1000 € über 5 Monate entstehen kosten von 18.000 Euro

Ziehen Sie diese Kosten von den Vakanzkosten ab (86.000 €), bleiben 68.000 € über, die in Recruiting-Maßnahmen investiert werden können.

NUR SO EINE IDEE…

Es gibt diverse Ansätze, das Personalmarketing zu stärken. Dazu gehört zum einen ein erfolgreiches Employer-Branding, als auch die Nutzung verschiedener Recruitingkanäle.

Ein durchaus unterschätzter Kanal ist die Zusammenarbeit mit Recruiter. Human Resource hat oft Befürchtungen, dass die Zusammenarbeit sehr aufwendig und kostenintensiv ist. Doch am Ende zählt der Faktor, dass Recruiter ist wahnsinnig gutes Gesprür haben, welche Mitarbeiter in welche Unternehmen passen.

In der Regel beträgt das Vermittlungshonorar eines Recruiter 25% vom Bruttojahresgehalt der zu besetzenden Stelle. Stellen Sie diese Kosten doch einmal gegenüber der Cost of Vacancy. Die Mühe könnte sich lohnen. Und das Arbeiten mit Recruiter ist gar nicht so kritisch zu betrachten.

Bleiben wir bei unserem Beispiel Sales Manager.
25% Vermittlungshonorar vom Jahresbruttoeinkommen beträgt 14.500 Euro. Zum Vergleich - die Vakanzkosten dieser Position kosten pro Monat 13.760 Euro.


Wollen Sie mehr über das Arbeiten von Recruiter wissen? Dann geht’s hier zum Artikel: Wie arbeiten eigentlich Recruiter.


Welcher Recruitingkanal, der sinnvollste für Sie ist, können Sie anhand von Kennzahlen eruieren. Ein Mix kann aber durchaus sinnvoll sein.

Happy Recruiting!